Parkinson – Aspekte zur Pathophysiologie und Therapie des mittleren und Spätstadiums (Video-Fortbildung)


 

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Mit zunehmender Krankheitsdauer lässt die Wirksamkeit der Basismedikamente wie L-Dopa oder Dopaminagonisten nach und sogenannte Spätkomplikationen treten auf. Typisch bei der Parkinson-Krankheit sind On-Off-Fluktuationen, plötzliche Unbeweglichkeit (Freezing) sowie Überbewegungen (Hyperkinesien, Dyskinesien).

Im mittleren und späten Parkinson-Stadium ist daher eine Kombination mit weiteren Medikamenten nötig, um Fluktuationen und Dyskinesien zu verhindern sowie nicht-motorische Symptome wie Ängste, Stimmungsschwankungen oder Benommenheitsgefühl abzumildern. Der Wechsel von der Mono- zur Kombitherapie sollte dabei individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Zum Einsatz gelangen u.a. die Parkinson-Medikamente MAO-B-Hemmer, COMT-Hemmer oder Amantadin. Neben der medikamentösen Therapieeinstellung ist auf die Lebensumstände der Patienten zu achten: Auch eine mangelnde Adhärenz oder eine verzögerte Aufnahme der Wirkstoffe im Magen-Darm-Trakt können zu Fluktuationen führen. Schluckbeschwerden, eine verlangsamte Magenentleerung oder bestimmte Nahrungsbestandteile können die Aufnahme von L-Dopa behindern.

Mehr als 70% der Parkinson-Patienten sind im Krankheitsverlauf von Schluckstörungen betroffen. Die durchschnittliche Zeitspanne vom Erkrankungsbeginn bis zur schweren Schluckstörung beträgt etwa 10 Jahre. Eine Schluckstörung führt zu erheblicher Beeinträchtigung der Lebensqualität, einer schlechteren Wirkung der Parkinson-Medikamente, Mangelernährung und Gewichtsverlust, Dehydratation sowie Aspirationspneumonien. Mittels endoskopischem FEES-L-Dopa/Apomorphin-Test lässt sich individuell prüfen, ob sich die Schluckfunktion durch Optimierung der Parkinson-Medikation verbessern lässt. Die Auswahl von logopädischen Verfahren richtet sich nach individuellem Störungsmuster der parkinsonbedingten Schluckstörung. Neue Wirkstoffe zur Behandlung der Schluckstörung werden diskutiert.
Das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) ist eine chronische, progrediente neurodegenerative Erkrankung, die durch Bewegungsverlangsamung (Bradykinese), Rigor, Tremor und Haltungsinstabilität gekennzeichnet ist. Die Prävalenz liegt bei 100 bis 200 pro 100.000 Einwohnern.




Autoren

Prof. Dr. med. Tobias Warnecke

Facharzt für Neurologie

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie
Albert-Schweitzer-Campus 1
Gebäude A1 Westturm
Ebene 05
48149 Münster

tobias.warnecke@ukmuenster.de
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Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang H. Oertel

Philipps-Universität Marburg
Fachbereich Humanmedizin
Universitätsklinikum Giessen und Marburg GmbH
Standort Marburg
Klinik für Neurologie
Baldingerstraße
35043 Marburg
Email: oertelw@med.uni-marburg.de
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